Startet mit zehn AGs

Noch nie hat es in Würzburg so viele AGs an Kitas und Schulen nur für Mädchen gegeben wie in diesem Schuljahr. An insgesamt zehn Standorten bieten erfahrene Fußballerinnen Spiel und Spaß rund um den Ball für die ganz kleinen Kickerinnen an. Das bedeutet, dass in und um Würzburg zehn Mal in der Woche Fußball für mehr als 150 Mädchen stattfindet. 

Seit drei Jahren ist das Projekt "Kicking Girls" in Würzburg am Start. Begonnen hat es seinerzeit unter dem Titel "Kickit! Girls!" und ist seit diesem Schuljahr im deutschlandweiten Dachverband der Laureus Stiftung organisiert. Der Bayerische Fußballverband sowie die Sparkasse Mainfranken stehen als Partner zur Seite und finanzieren das Würzburger Projekt ebenfalls. Der regionale Erfolg kann sich dabei durchaus sehen lassen. An drei Kitas im Stadtteil Heuchelhof sowie sieben Schulen in Stadt und Landkreis Würzburg wird den Mädchen in wöchentlichen AGs der Spaß am Fußball spielen nahe gebracht.

Mehr als 400 Mädchen wurden durch das Angebot bereits erreicht. Die Kooperationsvereine auf dem Heuchelhof, in Lengfeld sowie in Veitshöchheim profitieren zudem davon, dass die Schülerinnen häufig auch den Sprung in den Vereinsfußball schaffen. "Wir haben damit beim SC Heuchelhof seit 2010 sehr gute Erfahrungen gemacht", sagt Heinz Reinders, Jugendleiter im Verein. Nahezu die komplett neu gegründete Mädchenabteilung setze sich aus Mädchen zusammen, die irgendwann einmal in einer AG mitgespielt haben. 

Bei den AGs setzen die Organisatoren des Projekts auf erfahrene Fußballerinnen, die einen guten Draht zu den Kids haben. Angehende Lehramtsstudentinnen und Pädagogik-Studierende, die nicht selten auch hochklassigen Bundesliga- oder Landesliga-Fußball spielen, garantieren sportliche und pädagogische Qualität der AGs. Der Höhepunkt wird auch in diesem Schuljahr wieder die Stadtmeisterschaft der Grundschulen im Frühjahr 2015 sein. Dann treffen die Fußball-Mädels auf die anderen AGs und können sich in ihrem sportlichen Erfolg messen.

 

Neues aus der Wissenschaft

Leistungserbringung ist im Nachwuchsfußball der Juniorinnen nicht nur eine Frage der Leistungsmotivation, sondern auch Aspekte der sozialen Beweggründe spielen eine herausragende Rolle. In zwei Studien bei insgesamt ca. 400 Nachwuchsspielerinnen aus dem Leistungsbereich zeigen die Ergebnisse des Nachwuchsförderzentrums die herausragende Rolle, die soziale Motive für eine optimale Leistungsentwicklung spielen. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der renommierten Zeitschrift für Sportpsychologie  Mehr dazu...

Über das NFZ

Das Nachwuchsförderzentrum für Juniorinnen wurde im April 2014 gegründet. Anlass war die Idee, talentierte Spielerinnen zu fördern und dabei den Entwicklungsbesonderheiten von Mädchen gerecht zu werden. Das innovative Konzept zielt dabei darauf ab, die Juniorinnen in ihrer ganzen Persönlichkeit und der Vielfalt ihrer sportlichen Fähigkeiten zu fördern und so den besonderen Anforderungen im Leistungsfußball der Mädchen und Frauen besser gerecht zu werden.

Faire Talentsichtung

Besondere Talente und Fähigkeiten müssen sorgsam entdeckt und gefördert werden, damit sich diese nachhaltig entwickeln können. Es gibt Situationen, in denen Heranwachsende in einer kurzen Testung nicht ihr gesamtes Potenzial entfalten. Deshalb werden im NFZ Spielerinnen über vier Wochen hinweg beim regelmäßigen Sichtungstraining beobachtet und fair in ihren Fähigkeiten eingeschätzt. Dadurch besteht die Möglichkeit, die ganze Spielerinnen-Persönlichkeit kennen zu lernen.